Veränderung für die Partnerschaft??

Doch was steckt dahinter, wenn man sich Veränderungen des Partners wünscht?

Das ist dann der Fall, wenn die rosarote Brille fällt, wenn sich die erste Verliebtheit verflüchtigt hat. Es kann aber auch sein, dass der Absender mit sich und seinem eigenen Körper oder Aussehen unzufrieden ist und diese Unzufriedenheit auf den Partner projiziert – man sieht beim Partner als Spiegel das, was einen an sich selbst stört. Dann gilt es, sich zuerst um sich selbst, um das eigene Wohl zu kümmern. Es kann aber auch sein, dass man schlichtweg innerhalb der Partnerschaft unglücklich ist und den Unmut am Optischen ausdrückt.

Inwiefern sind Veränderungswünsche eines Partners okay?

„Sie sind dann okay, wenn die negativen Veränderungen des Partners nicht mehr tragbar sind und mich in meiner Liebesfähigkeit und meinem Beziehungswunsch beeinträchtigen, also z. B. wenn man den Partner sexuell nicht mehr attraktiv findet, aber auch wenn –jenseits der Optik – die Kommunikation zum Erliegen kommt oder extrem zeitaufwendige Hobbys keine Paarzeit mehr ermöglichen, dann sind Veränderungswünsche okay. Dann sollte spätestens das Gespräch darüber beginnen. Wenn keine Veränderung möglich ist und ich meine Einstellung auch nicht verändern kann, dann sollten Zugeständnisse aufhören und Konsequenzen folgen – bis hin zur Trennung.“

Hat mein Partner vielleicht recht, wenn er möchte, dass ich mich verändere?

„Man sollte die Wünsche des Partners immer zunächst hinterfragen, denn oftmals ist es tatsächlich so, dass die Veränderungswünsche, die er an mich stellt, mit den eigenen Wünschen oder gar Sehnsüchten übereinstimmen. Manchmal fehlt einfach nur der Anstoß diese umzusetzen – der „Wunsch“ des Partners kann eine gute Motivationshilfe sein.”

Wie häufig manipulieren Menschen ihre Partner?

„Menschen manipulieren ihre Partner sehr oft, eigentlich ständig. Manipulieren heißt hier nichts anderes als “hantieren” oder “einwirken”. Wir haben eine Wirkung auf unseren Gegenüber. Jedes Verhalten ist ein Verhalten als Reaktion auf unser Gegenüber, das sagt schon Watzlawik, der Kommunikationsforscher. Wir stecken einander im Verhalten an, wir gleichen uns an oder entscheiden uns auch bewusst für eine andere Richtung. Aber eines ist völlig klar: Der Wunsch, ein Verhalten des anderen zu erreichen, dass er nicht zeigen möchte, wird sich nicht realisieren lassen. Verhaltensänderung ist auch dann nur nachhaltig, wenn sie intrinsisch motiviert ist, also von innen heraus. Extrinisische Motivation durch Belohnung, Bestrafung o.ä. hält oft nur einen sehr begrenzten Zeitraum an.

Was passiert eigentlich genau, wenn die rosarote Brille fällt?

„Wenn die rosarote Brille fällt, passieren zwei Dinge. Zunächst nehme ich den anderen realistischer wahr, meine Hormone haben sich wieder ‘beruhigt’ und das Parfum, das benutzt wird, reduziert sich. Ich merke dann, ob ich den anderen gut riechen kann. Ich bin dann vielleicht ‘enttäuscht’. Wenn man enttäuscht ist, dann kann man nur gratulieren. Denn die Enttäuschung ist letztlich die Folge einer Täuschung – und das ist für jede ehrliche Beziehung gut. Außerdem lässt die Anspannung, ob das mit dem anderen gut klappt und ob man sich sicher sein kann, dass der andere bleibt, nach einer Weile nach. Das kann an sich schon dazu führen, dass ich wirklich auch mein Verhalten in dieser Phase ändere, weniger Masken, weniger Aufmerksamkeiten, weniger ungeteilte Paarzeit. Das sind dann nicht immer die störenden Eigenschaften, die dann erst zum Vorschein kommen, sondern man sieht sich realistischer und zeigt sich auch reeller.”

Wie kann ich den Partner zu Veränderungen bringen – ohne dass er es merkt?

“Klamotten: Ganz einfach – kaufen Sie selbst für Ihren Partner die Klamotten oder briefen Sie einen Freund/in, der/die den Partner/in beim Einkaufen begleitet. Beim Thema Körperpflege kann der Partner einen Doppel-Termin vereinbaren. Manche Studios bieten sogar spezielle Paar-Sessions an. Beim Thema Abspecken hilft es eigentlich immer, wenn der Partner mit gutem Beispiel voran geht.

Nicht fordern, bitten: Wichtig ist, den Unterschied zwischen Forderung und Bitte zu kennen. Man kann sich wünschen, dass sich der Partner verändert. Man kann auch sagen, warum es einem wichtig ist und was man ganz konkret meint. Also nicht: „Du hilfst mir nicht im Haushalt!“ Besser ist: „Ich wünsche mir mehr Unterstützung von Dir und möchte Dich bitten, einmal am Tag den Abwasch zu übernehmen“. Drohungen haben in der Partnerschaft absolut nichts verloren!

„Mir zuliebe“: Wenn Sie sagen, was Sie wollen dann bemühen sich die allermeisten, die Wünsche zu erfüllen. Und Wünsche sind das A und O einer guten Beziehung. Meiden sie Vorwürfe!

Loben: Ich kann darauf achten, woran er/sie am meisten merkt, dass er/sie geliebt wird und genau das tun. Beispiel: Wenn jemand besonders gern gewertschätzt und anerkannt werden möchte, dann mache ich genau das öfter, statt zu nörgeln und die Dinge, die man schon 100 Mal gesagt hat, immer zu wiederholen. Füllen Sie den Liebestank des Partners auf, dann ist seine/ihre Bereitschaft hoch, auch Ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Ständige Nörgelei und Kritik wirkt zersetzend auf jede Partnerschaft und zerstört sie letztlich.

Reden im richtigen Moment: Sprechen Sie klar über das, worin Sie sich Veränderung wünschen. Sagen Sie, warum es Ihnen wichtig ist und was der andere konkret tun könnte, um Ihrem Wunsch zu entsprechen.”