Ghosting – und weg war er..

Kennt Ihr das auch? Eine Beziehung verläuft nicht so, wie gedacht, es gibt eine heftige Irritation und dann ist Schluss? Knall auf Fall ist der andere verschwunden. Ich war bei einer Paarberatung heute irritiert über die Geschwindigkeit des Akzeptierens der Trennung und dem Einhergehen wichtiger Entscheidungen, wer wohnt wo, was passiert mit dem Haus, wie gehen wir nett miteinander um. Was sie jedoch beide machen: sie konfrontieren sich, sie reden. Sogar mit meiner Hilfe. Beim Ghosting jedoch verschwindet der andere einfach aus dem Leben. Kein Anruf, keine Nachricht, keine Konfrontation, kein Treffen. Nix. Einfach Stopp, Pause, Schluss, Stille. Für den, der über bleibt, eine blöde Situation, es gibt keine Chance zu klären, zu reden, zu heilen. Man bleibt damit allein.
In dem Artikel in der Süddeutschen werden Beispiele aufgezählt, die Promis und anderen Erdenbürgern passieren. In der digitalen Welt geht so ein Verschwinden auch noch einfacher. Wenn viele Teile der Beziehung über das Mobilgerät abliefen, ist ein Cut einfacher zu realisieren als der reale Rückzug, Auszug, Weggang.

Was macht man da nun?
Was einem ja bleibt, ist man selbst. Es geht also um die eigene Reflexion, das Feedback an sich selbst, vielleicht ein Tagebuch mit allen Dingen, die man gern sagen würde (online oder offline)… Und es braucht Geduld, Vergebung und der stete Aufbau des eigenen  Selbstbewusstseins, das ist nämlich am Anfang erstmal dahin. Schritt für Schritt wird es besser, das Herz beruhigt sich und die Gedanken wenden sich anderen Dingen zu und anderen lieben Menschen. Langsam.