Fremdgehen aus biologischer Sicht

Moral ist (meist) abgekoppelt von der Biologie.

Zur Biologie folgendes:

Die Biologie befürwortet Fremdgehen – und zwar heimliches Fremdgehen. Heimliches Fremdgehen maximiert die Überlebenswahrscheinlichkeit der eigenen Gene, sowohl für den Mann, als auch für die Frau.

Fremdgehen bedeutet für den Mann, dass er seine Gene weiter streuen kann, und seine schiere Zahl an Nachkommen vergrößert (bei Treue ist ja maximal ca. 1 Kind/Jahr möglich) – und das ohne Nachteile. So vergrößert er die Überlebenswahrscheinlichkeit seiner Gene.

Fremdgehen bedeutet für die Frau, dass ihre Nachkommen verschiedenartigere Genkombinationen aufweisen, und damit die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, dass zumindest ein paar der Kinder eine sehr vorteilhafte Genkombination erhalten. Auch so vergrößert sie die Wahrscheinlichkeit des Überlebens ihrer Gene – allerdings eher probabilistisch und qualitativ als quantitativ, da sie nicht im gleichen Maße über quantitative Steigerungsmöglichkeiten wie der Mann verfügt.

Verheimlichen ist für beide Geschlechter von Vorteil, weil es die bestehenden Versorgungssituationen und das soziale Gefüge intakt lässt. Ehrlichkeit gegenüber dem Partner ist aus biologischer Sicht nicht sinnvoll, da Konflikt zwischen Eltern statistisch die Überlebenswahrscheinlichkeit des Nachwuchses verringert.

Die Eifersucht macht biologisch vor allem aus Sicht des Mannes Sinn, wie im Artikel ja ganz richtig beschrieben.
(aus: Kommentar von Porth zu: “War es wirklich nur Sex?”, Die ZEIT, 20.8.14)