Fehlgeburt-Warum kann die Liebe darunter leiden?

Wenn beide Partner sich sehr auf das Baby gefreut haben, vielleicht auch schon das schwanger werden nicht einfach war, dann ist eine Fehlgeburt besonders tragisch. Die Anspannung ist sehr hoch, die Trauer braucht ihren Platz und das Leben muss trotzdem irgendwie weitergehen. Das ist für ein Paar eine sehr belastende Situation, die nicht immer dazu führt, dass die beiden Eltern näher zusammen rücken und sich gegenseitig stärken. Die große Frage nach dem „Warum?“ taucht immer wieder in den Köpfen auf, Schuldzuweisungen bleiben sicherlich nicht aus. In der Paarberatung sind manchmal Paare, wo die Fehlgeburt schon sehr lange zurück liegt und wie ein Schatten von beiden erlebt wird, der noch heute spürbar ist. Dann braucht es liebevolles Hinschauen und eine gemeinsame Aufarbeitung der schwierigen Zeit.

Man spricht auch von einer schleichenden Depression in Folge einer Fehlgeburt. Stimmt das?

Die Frau, manchmal auch beide Elternteile will/wollen sich nach einer Fehlgeburt oft ausruhen, sich verkriechen, sich zurückziehen und suchen nicht die Öffentlichkeit, die anderen, die vielen Fragen und neugierigen Blicke. Auch noch Wochen nach einer Fehlgeburt kann eine depressive Verstimmung den Gemütszustand dominieren.

Ist ein Tapetenwechsel/Umzug vielleicht das Richtige?

Was das Richtige nach einer Fehlgeburt ist, kann nur das Paar entscheiden. Manchmal mag ein Tapetenwechsel helfen, ob es gleich ein Umzug sein muss, bezweifle ich. Raum für den Schmerz und die Trauer zu haben, für den Abschied, damit sein zu dürfen, das ist das Richtige in der Zeit. Liebevolle Gegenüber, die nicht Mitleid haben, sondern Empathie und die fragen, was derjenige, der trauert, gerade braucht. Vielleicht ist es Ablenkung durch Sport, Freizeit, Arbeit, vielleicht braucht es das gerade nicht, sondern einfach nur Zeit.