Familienernährerin

Auszüge aus der Abschlussveranstaltung des Projektes: “Familienernährerinnen” des BMFSFJ und des DGB. Der Raum ist proppenvoll mit 50jährigen Wohlstandsfrauen aus dem Westen Deutschlands ;-). Spannend.
Ein paar Infos:
*bereits in jedem 5. Mehrpersonenerwerbshaushalt bringt die Frau das Haupteinkommen
*Frauen verdienen ein Viertel weniger als Männer für die gleiche Arbeit (deswegen gibt es den sog. Equal Pay Day Ende März, an dem Tag haben Frauen so viel verdient wie die Männer bis Ende des Jahres), in der Lebensverlaufsperspektivesogar 58% weniger.
*Jeder vierten Frau gelingt es nur, selbst für Ihr Einkommen zu sorgen
*1/3 der Hauptverdienerinnen verdient nur 900€ netto im Monat
*Lebens – und Arbeitsbedingungen sind nicht optimal : familienunfreundliche Arbeitszeiten, (in vielen Teilen Deutschlands) mangelnde Betreuung

Es braucht neue Konzepte für die moderne Familie, die den Anforderungen gerecht werden und Leben leichter machen. Hier geht es um Veränderungen im Bereich der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, in den Firmen (Frauen brauchen hier andere Lösungen als Männer in der Situation, Hauptverdienerin zu sein) und als erstes in den Köpfen der Familienmitglieder.
In der Paarberatung wird sichtbar, dass einige Konflikte in der ungewohnten Verteilung des Einkommens liegen, wo beide nicht so recht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Der Mann in der nicht – traditionellen Position, für die Familie auf Karriere zu verzichten, abhängig vom Einkommen der Partnerin, vielleicht mit Familien – und Haushaltsaufgaben betraut- die Frau mit der inneren Zerrissenheit, sich immer wieder für das eine (Arbeit) und gegen das andere (Familienzeit) zu entscheiden auch konfrontiert mit ihren Rollenbildern im Kopf und oft gleichbleibenden Aufgaben in Haushalt, Familienmanagement, Pflege. . Neue Rollen fordern damit verbundene, individuelle Lösungen für die Familie und die Partnerschaft.
Es gibt viel zu tun!